Mittelalterfest auf der Rosenburg 27.-30.04.2012

Freitag 27.4.........ich nehme deine Schwester mit......

Der Scheunenschmied kam gegen 9.00 früh um noch einiges auf seinen Hänger zu laden das beim besten Willen in unserem Auto keinen Platz mehr gefunden hätte.
Meine Schwester Eva - vielen Bogenschützen als unermüdliches "Helferlein" von unserem Clout-Turnier bekannt - hatte sich Urlaub genommen und bereit erklärt uns auch bei diesem Fest zu unterstützen. Aufgrund des Platzmangels durfte sie mit dem Schmied zur Rosenburg fahren.
Wie versprochen kamen wir um 11.00 auf der Rosenburg an und mussten zu unserem Erstaunen erfahren, dass wir unser Lager erst gegen 16.30 aufbauen konnten.
Die Zeit verging lähmend langsam mit der Suche nach einem schattigen Plätzchen für Mischa dem Lagerhund und unseren neuen Mitgliedern = 6 wuschelige kleine Graugänse.
Nach der letzten Greifvogelshow des Tages besichtigten wir den Lagerplatz und beratschlagten wie wir den Bogenschießplatz möglichst sicher aufbauen könnten und trotzdem den Besuchern ein teilhaben am Lagerleben zu möglichen. Nachdem alles verstaut, die Tiere versorgt , letzte Absprachen getroffen und Absperrseile gespannt waren, machte sich der Hunger bemerkbar und alle wollten sofort was Essbares.....nach einem langen Tag war frühzeitiges Schlafen gehen angesagt.

Samstag 28.4........wen du den Sack triffst bekommst du einen Nagel.....

...der Tag konnte kommen und mit ihm kamen pünktlich um 9.30 die Besucher, Fletcher + Morgan übernahmen die erste Runde zum Bogenschießen. Um den interessierten aber unschlüssigen Besuchern die Scheu zu nehmen kam Eva auf die grandiose Idee den Kindern einen geschmiedeten Nagel zu versprechen wenn sie beim Bogenschießen wenigstens 1x den Zielsack treffen.
Unsere Bogenschützen bemühten sich redlich allen Kindern, die den Bogen nur annähernd spannen konnten, zu einem Treffer zu verhelfen. Unser ausgemachter Wechselrhythmus fiel mit zunehmender Hitze, viele Eltern kamen zurück um sich für die aufmerksame Behandlung ihrer Kinder zu bedanken, schlenderten durchs Lager , schauten Stony interessiert zu wie er an seinem neuen Bogen werkte. Unser Schmied stand unermüdlich vor der heißen Kohle und beantwortete Fragen, im Lager wurde genäht und geflochten und erklärt wie es funktioniert.
Manche Kinder und auch Erwachsene konnten sich nur schwer von den Gänschen lösen... um 19.00 war der Tag und das Bogenschießen für Besucher beendet.
Der Scheunenschmied errechnete wieviele Schützen wir an diesem Tag betreut hatten, Leute aus anderen Lagern kamen um bis zum Einbruch der Dunkelheit Pfeile fliegen zu lassen. Wir haben gekocht, auch Jörg bekam noch was zu essen und für den allerletzten Rest des Knödelschmarrns fand sich auch noch ein HUngriger - so soll es sein, das freut die Lagerköchin.

Sonntag 29.4.......das Schild ist nicht in mittelhochdeutsch geschrieben......

Neuer Tag neues Glück....wahrscheinlich wird es so heiß wie gestern und das wurde es auch. Mein Sonnenbrand näherte sich einem bedenklichen Zustand - trotz Schutzfaktor 50 und fleißigem nachcremen war daran nichts zu ändern.
Pünktlich um 9.30 gings wieder los und die ersten Kinder kamen auch um sich im Bogenschießen zu versuchen, die Gänse zu füttern, das Zelt zu besichtigen, Stony erläuterte unermüdlich den zeitlich Rahmen und den geschichtlichen Hintergrund in dem sich unser Verein bewegt, der Scheunenschmied sorgte wieder für eine zusätzliche Erwärmung der Umgebungstemperatur, Eva schaute das die Bogenschützen, die den Stand betreuten, laufend mit Trinkwasser versorgt waren.

erster Stop des Tages: Leute sitzen hinter dem Netz - ich gehe nachschauen und finde ein Elternpaar das ihr Kind wickelt. Auf meine Frage ob sie denn nicht die Absperrung bzw. die Schilder gesehen hätten, erklärt der Vater: ....schon, aber hier ist Schatten
ich schaue die Mauer entlang und sehe überall den Schattenwurf, egal, das Kind wird fertig gewickelt - nach ca. 5 Minuten gehts weiter die Pfeile können wieder fliegen

zweiter Stop des Tages: ein Mann steht oberhalb des Netzes - da wollen nicht nur wir ihn nicht haben sondern auch die Mitarbeiter der Rosenburg wollen dort - abgesehen von den Falknern - niemanden entlang gehen lassen. Auf die zugerufene Frage ob er den die Schilder nicht gesehen hätte, kam: die sind nicht in korrektem mittelhochdeutsch geschrieben, die gehen mich daher nichts an
na wunderbar - das muss an der Hitze liegen - ich mache mich auf den Weg nach oben und versuche dem Mann zu erklären das diese Absperrung zu seiner Sicherheit dient - nach einigem hin und her kanns weitergehen...

...nein, weil....

dritter stop der Tages: Besucher gehen neben dem Zelt spazieren, auf die Frage anderer Besucher wie sie denn dahin gekommen wären, erklären sie: wir haben uns verlaufen
wir suchen das allerletzte Seil und sperren damit einen Zugang der durch die vielen Abspannseile der Zelte ohnehin nur mühsam zu bewältigen ist.

Danach konnte es dann wirklich und vor allem störungsfrei weitergehen, viele Kinder kamen zum wiederholten Mal um noch einmal und noch einmal Bogen zu schießen. Einer der Burschen war so begeistert das er seine Mutter überredete ihm einen eigenen Bogen und passende Pfeile zu kaufen - natürlich durfte er diese auch gleich ausprobieren.
Ein weiterer blonder Bursche wollte es auch versuchen - kein Problem dazu sind wir ja da... der große Bruder ( in Gewandung) wollte erst nicht, ließ sich dann aber doch dazu motivieren -wow...eine nahezu perfekte Haltung, jeder Schuß ein Treffer... im Gespräch erfuhren wir, dass er schon mehrmals versucht hatte selber einen Bogen zu bauen -eindeutig ein Fall für Stony = durchs Redn kumman'd Leit zam.
Ein langer heißer Tag ging dem Ende zu, wir hatten trotz der kurzen Pause mehr bogenschießende Besucher als am Vortag.. alle waren müde, hungrig und erschöpft = Gemüsesuppe war das Zauberwort, das Gemüse war geschnitten und im Topf, das Feuer brannte, das Dreibein sollte seinen ersten Einsatz absolvieren - kurz und gut einem lauschigen nahezu windstillen Abend stand nichts im Wege
Erstens kommt es anders - zweitens als man denkt: der Kastellan kam im Auftrag des Veranstalters: Feuer löschen - es gibt eine Sturmwarnung!
Sicherheitshalber legen wir das Sonnensegel und das Pfeilfangnetz und beschweren zusätzlich mit den Holzpflöcken - wer mochte konnte ein Butterbrot mit Käse essen - alternativ dazu gabs Butterkekse.

Montag 30.4..........wir bauen ab.....

Eva entwickelte sich zur perfekten "Feuerfrau",
Kaffekanne und Wasser aufstellen - der Tag konnte beginnen. Gegen7.00 kam Florian und wollte mit Fletcher sprechen, nachdem Fletcher seine Kaffe getrunken hatte ging er zur Besprechung, wir warteten derweil um danach gemeinsam das Pfeilfangnetz aufzustellen.
Als er wiederkam teilte er uns mit das Florian mit unserer Leistung nicht zufrieden sei, wir liesen zu wenige Kinder schießen, die Besucher müssten lange warten und stünden bis zur WC-Anlage angestellt. Daher müssen wir am Abend abbauen - sollen aber noch den ganzen Tag den Schießstand betreiben....Fletcher teilte uns mit, dass er Florian gesagt hatte, dass wir unter diesen Umständen keinesfalls einen weiteren Tag unentgeltlich bleiben würden und daher sofort mit dem Abbau beginnen würden.

Na dann los! Bis zum Öffnen der Burgtore für die Besucher hatten wir nur 1,5 Stunden Zeit, das Frühstück war somit beendet, wir packten zusammen, der Scheunenschmied fuhr viele Male zwischen Lagerplatz und Parkplatz hin und her. Angelika stand am Parkplatz und bewachte den größer werdenden Haufen bunt gemischten Lagermaterials.
Trotz des großen Zeitdrucks ging Eva Runde um Runde übers Gelände und sammelte auch das kleinste Stück auf - ein letzter prüfender Blick brachte noch zwei Becher zum Vorschein...


JA, es standen zeitweise viele Besucher in unserem Lager!
Teilweise in 2er Reihen um ihren Kindern beim Bogenschießen zu zusehen, teils beim Scheunenschmied und bei unserem Bogenbauer um sich fachkundige Erklärungen zu holen.
Auch die Gänse verursachten einen kleinen Auflauf und nicht zuletzt suchten die Besucher unter unserem Sonnensegel und in unserem, für Besucher geöffnetem, Zelt Schutz vor der Sonne. Sie unterhielten sich mit uns über die verschiedenen Handarbeitstechniken.
All das machte uns sehr zufrieden mit unserem Auftritt auf diesem Fest.
Wir waren der festen Überzeugung, dass das auch im Sinne des Veranstalters sei
Das der Besucherandrang in unserem Lager zu Missverständnissen mit dem Veranstalter geführt hat - die sich leider nicht erklären ließen - tut uns leid!
Wir hätten gerne die ausgemachten 4 Tage an dem Fest teilgenommen.
Es waren wirklich schöne Tage, die Mitarbeiter der Rosenburg waren durchwegs freundlich und sehr bemüht allen Wünschen und Fragen gerecht zu werden - ich denke, dass Florian, als Veranstalter, unter einem großen Druck stand und daher die Situation in unserem Lager und beim Bogenschießstand nicht richtig einschätzen konnte.
Trotzdem geben wir von unserer Seite ein positives Fazit und bedanken uns bei dem Veranstalter das er es uns ermöglicht hat Teil des Festes zu sein und neue Erfahrungen zu sammeln



Hraban ( Lagerköchin des ALBS )