3.Spectakulum zu Bechelaren 2012
Wir hatten uns so sehr auf dieses Fest gefreut, auch wenn wir wußten dass wir
viel Arbeit haben würden - schließlich war der Bogenschießstand zu betreuen.
Aufbauen, feststellen was alles vergessen wurde - Stony fuhr Samstag früh
nochmal zurück um die Bögen zu holen.... ein gut organisiertes Fest konnte am
Samstag seinen Anfang nehmen....es blieb die Zeit die Feldschlacht zu
bestaunen....
Auch die Zeit für einen Marktrundgang konnte erübrigt werden,
Der Scheunenschmied und Stony - unser Erklärbär. fanden interessierte Zuhörer.
Englin sorgte unermüdlich für die Belüftung der Esse und betreute unsere
kleinen Gäste.
Fletcher und Morgan, sowie Angelika und ich betreuten abwechselnd die
begeisterten Bogenschützen - egal ob groß oder klein;)
Nach dem wir eine Unwetterwarnung bekommen hatten, verstauten wir alles in den
Zelten, spannten die Seile nach und schlugen die Erdnägel und Häringe tiefer
in den Boden. Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse: Bei noch nicht sehr
bedrohlichen Wolkenbild schlug eine unglaublich starke Windboe - mit
kolportierten 120km/h - überraschend zu. Das Sonnensegel, tendenziell bei Sturm
das schwächste Glied, begann zu schwanken. Sofort wurde das Sonnensegel
abgespannt und niedergelegt als unmittelbar darauf "die Welt"
unterzugehen schien - Blitze, Donner und Wassermassen in unglaublicher Menge
ergossen sich über das Festgelände. Innerhalb von Sekunden war jeder bis auf
die Haut nass. Lost Fletschers Zelt hatte sich beim ersten Windstoß in eine
stabile Lage begeben, sprich es fiel in sich zusammen. Odin (oder wer auch
immer) sei Dank befand sich dort zu diesem Zeitpunkt niemand. Hinter dem Lager
befand sich eine kleine überdachte Nische in einer Mauer. In diese flüchteten
sich alle zu diesem Zeitpunkt in unserem Lager Anwesenden (nicht ohne
"heldenhaft" ein letztes mal die Zelte zu kontrollieren). Nach dem
sich das Lager unter mächtigen Bäumen befand und bei dem ersten Windstoß, -
der auch der bei weitem stärkste war, einige Äste direkt neben dem
Scheunenschmied einschlugen- schien es uns das beste zu sein nicht in die Zelte
zu flüchten, sondern diese zwar kleine aber mit einem stabilen Dach versehene
Nische aufzusuchen. Wir standen dichtgedrängt wie die Sardinen aber es schien
halbwegs sicher und trocken zu sein. Durch das dichte Gebüsch war uns
allerdings die Sicht auf das Geschehen um uns herum verdeckt so dass wir erst -
als wir nach einiger Zeit durch Suchtrupps der Feuerwehr evakuiert wurden einen
Eindruck der unglaublichen Zerstörung bekommen konnten.
Wir wurden umgehend in die Schule gebracht und mit allem nötigen versorgt.
Unser Dank gilt allen die uns in dieser Nacht zu Hilfe geeilt sind, wie die
Feuerwehr, die Rettung, die Polizei, die Orga des Festes, der Bürgermeister der
Stadt Pöchlarn, die Mitglieder der Gemeinde Pöchlarn, dem Schulwart der den
Familien mit Kindern extra auch Klassenzimmer geöffnet hat, den Menschen die
sich auch um unsere Haustiere gekümmert haben und Wasserschüsseln für die
Hunde bereitgestellt haben, der Inhaberin des Hotels Moser die allen zu einem Frühstück
am nächsten Morgen verholfen hat. Auch den Mitgliedern der anderen Lagergruppen
die ihre intakten Handys für einen beruhigenden Anruf zuhause zur Verfügung
stellten und denen die trockene Kleidung bereitwillig brachten damit wir unsere
nassen Sachen ausziehen konnten.
Uns allen ist , abgesehen vom Schock durch die sich überstürzenden Ereignisse,
nichts passiert - leider hatten nicht alle dieses Glück. unser Mitgefühl gilt
den Verletzten und ihren Angehörigen sowie den Angehörigen jenes Mannes der tödlich
verunglückt ist, wir hoffen sehr, dass sein Sohn , der sich auch unter den
Verletzten befindet, sich wie alle anderen wieder erholen wird.
Hraban
(Lagerköchin der ALBS)