Lockenhaus Juni.2014

Burg Lockenhaus, ein Fixpunkt für die Austrian Longbow Society. Ein trockener Aufbau des Lagers war bereits die halbe Miete und ließ uns auf weitere regenfreie Tage hoffen. Bereits am Freitag waren die ALBS´ler im vollen Einsatz. Es galt den Anwesenden einer extra organisierten Betriebsfeier, Handwerk und Geschichte näher zu bringen. Das ausgelassene, gut gelaunte Publikum war interessiert und viele Fragen gingen über das Maß der Information hinaus. Sogar die Damen haben sich an der Schmiedekunst versucht. Das eigentliche Fest startete am Samstag. Früh am Morgen gesellte sich auch "Kristin" zur Gruppe. Bewundernswert wenn man um 7.30 Morgens noch Hand anlegt um letzte Näharbeiten am Kleid zu vollziehen. In der Zwischenzeit war der Rest der Gruppe gerade damit beschäftigt den frisch gebrühten Kaffee als solches auch wahrzunehmen. Mit dem Anheizen der Esse, wurden die ersten Besucher ALBS-technisch in Empfang genommen. Bogen/Pfeilbau und Schmiede neben einander ergänzten sich ausgezeichnet. Es war weniger ein Stationsbetrieb, sondern ein Ineinandergreifen zweier Handwerke die sich stilgerecht darbieten ließen. Der Wissensdurst war hoch, wenn gleich die Anzahl der Besucher hinter den Erwartungen vom Vorjahr lagen. Die Werbetrommel für unser alljährliches Clout-Turnier lief auf Hochtouren und fand vielleicht den Einen oder Anderen interessierten Teilnehmer. "Morgan" präsentierte ihren neuen Schaukasten zum Thema Färben, Spinnen, Nadelbinden und Co. Sehr lehrreich. Die Resonanz gab dem Aufwand recht. "Kristin" übte weiter an ihren Fertigkeiten, das Nadelbinden. Arbeit die auch Spass machen kann, so ihr Tenor. "Lost Fletcher" zeigte Bogenbau. Die groben Arbeiten bei den ersten Schritten, zog einige Besucher an und Fragen im gleichen Maße. Der "Scheunenschmied" war indes mit seinem ersten Auftrag beschäftigt. Die "Prima Nocte" benötigte zum Befestigen von Seilen am Rammbock - der eine Attraktion für die Besucher sein sollte - entsprechende Krampen. Improvisieren ist ein wichtiger Teil im Schmiedehandwerk. Die entsprechend geeigneten Seilhalterungen waren schnell von der Hand und haben auch sicher gehalten.

Eine Lieblingsbeschäftigung von "Kristin", ist das Holzhacken. Man könnte den Schluss ziehen, dass sie nebst der geistigen Alltagsarbeit im Berufsleben, das Grobe als Ausgleich sucht. Um ihr in Zukunft diesen Ausgleich einfacher zu machen wird eine besser geeignete Axt, die Verlängerung ihres Tatendrangs. Nicht nur der Wissendurst der Besucher wurde gestillt, sondern - dank Morgan´s reichlich ausgestattete Lagerküche - auch unser Mägen. "Oger´s" (Prima Nocte) Kochkunst war eine Liga für sich. Ein Dank an dieser Stelle!

Die gewollte offene Bauweise unseres Lagers lud nicht nur Gäste und bekannte Gesichter zum Verweilen ein, sondern war auch Anlaufpunkt für einen freundschaftlichen Besuch ehemaliger ALBS-Mitglieder. Die Herberge ALBS ließ auch am abendlichen Lagerfeuer keinen kalt. Fachsimpelei und Heiteres lösten sich im "Staffellauf" ab und ließ den anstrengenden Tag vergessen. Die aufwendige Feuershow war ein effektvoller Abschluss, nicht nur für die Besucher. Es wurde noch lange im ALBS-Lager geplaudert. Zu später Stunde ward dann eine Idee gebohren. Der "Trick mit der Kiste" oder wie passt der Schmied in die Kleiderkiste. Dieses Idee hinterließ im Lager nebst anhaltendem Gelächter auch unglaubliches Staunen. Der "Scheunenschmied" stellte seine Gelenkigkeit unter Beweis, ganz unter dem Motto geht nicht gibt´s nicht. Dem Vorhaben ist eine Wette zwischen "Morgan" und dem
Schmied vorausgegangen. "Morgan´s" Kleiderkiste war knapp bemessen und das ideale Wettobjekt. Nach langem hin und her, war die unentspannteste Liegeposition ausgetüfftelt. Der "Scheunenschmied" atmete kräftig aus und verschwand wie ein weggeworfener Fetzen in der Kiste...und Deckel drauf. Die letzen überschüssigen 2cm, glich "Lost Fletcher" mit seinem Körpergewicht aus. Nach 3Sekunden, die Befreiung. Für mehr Luft war kein Platz in der Schmiedelunge. Ob aus dieser Performance ein Akt beim Clout-Turnier wird.....wer weiß das schon.

Auch der Abschlußtag war von Handwerk und Wissensvermittlung geprägt. Ein wenig Zeit blieb auch noch um weitere Änderungen/Neuerungen für das Stehersystem am Pfeilfangnetz zu besprechen. Eines der nächsten Vorhaben. Auch dieser Tag blieb trocken. Andere Umstände kennen wir nur zu gut. Der Abbau des Lagers wurde sehr gut koordiniert. Beim legen des Sonnensegels gingen wir nach der "Heinzelmännchen-Methode" vor. "Morgan" ging mit der Magnetschale voran, "Lost Fletcher" lief ihr - verständlicher Weise - nach ;-) und zog die Nägel aus den Staffeln, wobei er den Rest der Gefolgschaft hinter sich her zog. Der "Scheunenschmied" löste die frei werdenden Steher und übergab sie dem Lehrling "Kristin", hinter sich. Zwei mal Eiertanz um das Gerüst, bis das Segel Bodenkontakt hatte. "Raz Faz" und fertig. Gegen 20.00Uhr hatte jeder seine Sachen eingeladen und machte sich auf die Heimreise.

Wir danken dem Verein Prima Nocte für die Einladung. Wir waren ein Stück davon und das war auch gut so.

Dér Scheunenschmied
AD Juni 2014