Bericht Hainburg „Mittelalter zum Anfassen“
Die „Arbeitsgruppe Schlossberg“ wollte in Zusammenarbeit mit der Austrian Longbow Society und ausgebildeten Stadtführern für Schüler (Zielgruppe 5. und 6. Schulstufe) vom 23. bis 25. Juni 2014, Mittelalter erlebbar machen. Ein Projekt, Neuland für alle.
Mit Vorfreude und mit einem positiven Wetterbericht für die nächsten drei Tage in der Tasche machte sich die Austrian Longbow Society auf, zum Schlossberg der mittelalterlichen Stadt Hainburg. Als Unterstützung und Komplettierung folgten uns zuverlässige Freunde. Die „Prellhawer“ - Ritter, Rüstung, Schwert und Fechtkampf sind ihre Themen. Helmut von „Prima-Nocte“ – Holz und seine Verarbeitung im Mittelalter, anschaulich dargestellt und mit fundiertem Wissen untermauert. „Meister Kolk“ – Musik das unsichtbare Band in der Gesellschaft. Wer, wenn nicht „Meister Kolk“, könnte mit einer so leidenschaftlichen Darbietung und Wissensvermittlung dem spärlichen Wissen um diese Zeit den nötigen Respekt zollen.
Treffpunkt war am Fuße der Burg, da ein Befahren der Bergstraße mit einem PKW nicht möglich war. Marcus (von der Arbeitsgruppe Schlossberg und einer der Organisatoren) brachte unser Equipment mit einem Geländewagen und einem Anhänger auf den Schlossberg.
Es erwartet uns eine weitläufige Burganlage bei der sich freie, großen Flächen mit schatten spendenden Bäumen abwechselten. Der Ausblick, bombastisch. Uns zu Füßen lag die Stadt Hainburg, am Horizont die Silhouette der Stadt Bratislava. Nebst dem erhaltenen Burgtor und Mauerresten, konnten die mittelalterliche Kapelle und der Turm voll punkten.
Nach einer kurzen Besprechung wurden das Lager und die einzelnen Stationen aufgebaut. Die „Prellhawer“ sollten sich erst Montag früh zu uns gesellen. Trockenes Wetter und sichere Handgriffe, machten den Aufbau fast zum Vergnügen. Danach fanden erste Erkundungen der Burganlage statt. Die Ruhe bot sich an, bevor am Montag der Wissenssturm der Schüler versuchen würde, die Burg zu erobern.
Das abendliche Lagergespräch nutzen wir um an den letzten Details zu feilen. Markus von der „Arbeitsgruppe Schlossberg“ gesellte sich zu uns, um mit uns den Ablauf zu koordinieren. Er war das Bindeglied zwischen den Stadtführern und den Darstellung am Schlossberg.
Der erste Tag,
um 7.00Uhr wie erwartet trafen unsere Freunde die „Prellhawer“ ein. Start war um 8.30Uhr. Kein Problem für diese verlässliche Mannschaft.
Punktgenau die ersten Wissens-hungrigen Schüler. Eine Klasse aus Hainburg gab uns die Ehre. Da bis zur nächsten Klasse noch ein wenig Puffer übrig blieb, nutzen wir die Zeit um uns an die Schüler langsam heranzutasten und unser 10minütiges Programm (je Station) auszuloten. Der Sturm auf die Burg ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Im „Minutentakt“ folgte Klasse auf Klasse und füllte das weitläufige Gelände. Auf dem ersten Blick, klingen 10Minuten pro Station nicht viel. Unter Berücksichtigung der Aufmerksamkeit der Schüler, wäre eine längere Darbietung jedoch nicht zielführend gewesen und hätte die Konzentration der Wissenshungrigen ausgereizt. So galt es, eine geeignete Zeitbrücke zwischen Interesse und Aufmerksamkeit zu bauen. Jede Klasse erhielt einen Stempel auf einer eigens dafür angefertigten Urkunde. Jede Station hatte sein eigenes Logo. Des Weiteren bestand die Möglichkeit, die Darbietung am Schlossberg und jene der Stadtführung mit Schulnoten zu bewerten und auch Verbesserungsvorschläge anzuführen. Das Zeitmanagement der einzelnen Darbietungen war sehr gut abgestimmt und ging nahtlos oder ineinander über. Verspätungsprobleme einzelner Klassen wurden professionell kompensiert.
Gegen 14.00Uhr hatte dann auch die letzte Klasse mittelalterliches abbekommen und zog mit viel Wissen im Gepäck von Dannen. In der Nachbesprechung wurden die Feedbackzettel analysiert und die Umsetzung für den Tag 2 geplant. Eine wesentliche Änderung - nämlich „Meister Kolk“ einen würdigeren Rahmen für sein Konzept zu bieten – stellte sich im Nachhinein als genial heraus. Die Kapelle brachte noch mehr Schwung in die Stationsplanung und deren Ablauf und Dolby Surround für „Kolk´s“ mittelalterliche Klänge. Helmut (Prima-Nocte) hatte mit jeder Klasse eine Holztafel angefertigt, nur ein Teil seiner durchdachten Darbietung. Die „Prellhawer“ hatten mit ihrer Vorführung mittelalterlicher Waffen und Gerätschaften den Nagel - den der Scheunenschmied anfertigte ;-) – sprichwörtlich auf den Kopf getroffen. Eine schöne Überleitung gab es vom Bogen/Pfeilbau zur Schmiede. 10.000Jahre Bogengeschichte in 10Minuten, da bedarf es schon eines durchgedachten Skipt´s um nicht nur das Wesentliche anzuschneiden, sondern auch das Wichtigste pfeilgenau zu treffen. Der Scheunenschmied brachte Handarbeit und Mythen auf einen Nenner und sorgte für Thermik und Rauch. „Morgan“ war mit der Station Kleidung, Nadel, Faden, Färben Wolle und Co ein weiteres Highlight, das nicht nur bei den weiblichen Schülern Interesse weckte.
Die von der „Arbeitsgruppe Schlossberg“ gesponserte abendliche Grillerei war den hungrigen Mägen aller Beteiligten gewidmet. Heitere Gespräche und ein Resümee des anstrengenden Tages waren nur ein Teil der geselligen Runde. Der Ausklang am Lagerfeuer, ein Fixpunkt.
Der zweite Tag,
war ebenso eng gesteckt wie der davor. Die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge und die Verfeinerung des Ablaufes an jeder Station mit heiteren Elementen war eine klare Ansage und wurde entsprechend positiv vom jungen Publikum angenommen. Eine Hainburger Klasse hatte kurzer Hand ihren ursprünglich geplanten Ausflug abgesagt um zu uns auf den Schlossberg zu kommen. Dies lies auf entsprechendes Echo in der Lehrerschaft schließen. Ähnliche Berichte der „Arbeitsgruppe Schlossberg“ gaben dem Erfolg recht und spornten an. Der Nachmittag gehörte wieder ganz den Akteuren. Zwei Tage interessante aber schwere Arbeit, da hatte sich entsprechende Müdigkeit breit gemacht.
Der dritte Tag,
hatte mehr Pausen zu bieten. Eine willkommene Entspannung für alle. Etwas Außergewöhnliches hatte dieser Tag auch zu bieten. Eine zufällig anwesende ungarische Klasse, wurde in das Projekt integriert. Die Simultanübersetzung von Deutsch auf Englisch ins Ungarische lief gut. Trotz der einen oder anderen Übersetzungsschwierigkeit konnte jedoch das Grundprogramm gut dargeboten werden. Hände und Füße taten ihres dazu. Auch der dritte Tag hatte Anklang gefunden wie die Tage davor.
Vor dem Abbau des Lagers und der Stationen, galt die Aufmerksamkeit ganz der Endbesprechung. Sehr positive Rückmeldungen seitens der Schüler und der Lehrkräfte. Notenschnitt 1,05 mehr braucht es nicht. 3Tage voller Erfolg. Persönlichen und Erfolg auf der ganzen Linie. Das Wetter hatte gehalten und der Abbau viele Hände …… erfolgreiche Hände.
Fazit:
Ein durchdachtes Konzept, abgestimmt auf die Altersstufe. Der Brückenschlag zwischen Wissensvermittlung über das Mittelalter und dem Einbau vom Heiteren der Moderne, ließ die Schüler nicht nur verstehen sondern auch interessiert agieren. Die moderne Zeit ist oftmals nur ein Spielgelbild des Mittelalters. Dies auf die Grundfeste der heutigen Jugend projiziert macht es einfacher gelebtes Altes, neue Wertigkeit und Verständnis im Jetzt zu verleihen.
So ein Projekt funktioniert nur mit dem entsprechenden Engagement. Persönliche Qualität und Verlässlichkeit sind die Eckpfeiler so eines Vorhaben.
Danke
Die Austrian Longbow Society dankt allen Helferinnen und Helfern, die es möglich gemacht haben dieses Projekt auf die Beine zustellen. Wir danken auch dem Bürgermeister von Hainburg für seine Anwesenheit. Ein Zeichen der Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Weiter bedanken wir uns bei der „Arbeitsgruppe Schlossberg“ für die außerordentlich gute Zusammenarbeit und für das Engagement und die hervorragende Unterstützung.
Unser Dank gilt auch den Schülern und Lehrkräften, die interessiert und aktiv den Tag mitgestaltet haben.
Besonderer Dank gilt unseren Freunden, ohne die diese vielfältige Darbietung und Wissensvermittlung am Schlossberg nicht möglich gewesen wäre.
„Die Prellhawer“ - eine Mannschaft mit Charakter. Sie haben den weiten Weg nicht gescheut um die ALBS zu unterstützen.
Helmut von „Prima-Nocte“ – Verlässlichkeit und Qualität in allen Belangen
„Meister Kolk“ – eine Bereicherung nicht nur für die Musik.
Dér Scheunenschmied
AD Juni 2014
Links:
Arbeitsgruppe Schlossberg
http://www.arbeitsgruppe-schlossberg.at/
https://www.facebook.com/pages/Arbeitsgruppe-Schlossberg-Hainburg/192546024178087?fref=ts
Prellhawer
http://www.prellhawer.at/
https://www.facebook.com/Prellhawer?fref=ts
Stadtgemeinde Hainburg an der Donau
http://www.hainburg-donau.gv.at/system/web/default.aspx?sprache=1
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